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El Paso, Texas

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El Paso, Mission Trail


Die Missionsstationen im Gebiet von El Paso

Es war zur Zeit der spanischen Expansion und Landnahme in Alt-Mexiko, die auf die Periode folgte, in der die Spanier ihre erkundungen durchführten und Juan de Oñate im 16. Jahrhundert eine Expedition zur Kolonialisierung des Landes unternahm. Es war auch die Zeit, in der die Great Plains von großen Unruhen und revolutionären Ereignissen geprägt waren. Der Aufstand der Pueblo-Indianer im nördlichen Neu Mexiko vertrieb die Siedler und drängte die Spanier wie auch einige Indianer des Tigua- und Piro-Stammes nach Süden ab. Mit dem Eintreffen der Flüchtlinge brach eine neue Ära im Paso del Norte an.

Die Missionsstationen, die von Brownsville bis nach El Paso am Rio Grande entlang errichtet worden waren, stellen die erfolgreichste Leistung der Spanier in Texas dar. Über Jahrhunderte hin waren diese Missionsstationen Anziehungspunkt für Siedler und wurden Zentren für Städte und Gemeinschaften, die Ackerbau und Viehzucht betrieben.

Drei dieser Kirchen sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte von El Paso und finden sich im Landesverzeichnis für historische Orte wieder. Wie strahlende Perlen reihen sich die herrlichen Missionsstationen von Ysleta und Soccoro und die Präsidio-Kapelle San Elceario in San Elizario an frühere Uferbänke des berühmten Rio Grande aneinander.

Die Missionsstation Ysleta

Die spanischen Flüchtlinge und die Flüchtlinge des Tigua-Stammes, die nach dem Pueblo-Aufstand von 1680 geflohen waren, fanden Zuflucht mehrere hundert Meilen südlicher in einem Gebiet unterhalb von Paso del Norte am südlichen Ufer des Rio Grande. Man errichtete Übergangsquartiere, die man solange nutzte, bis zwei Jahre später eine Dauersiedlung der Tigua entstand. Die Spanier nannten sie Corpus Cristi von Ysleta del Sur. Etwa zehn Jahre danach erbaute man 1692 eine Dauermissionsstation. Sie war für die folgenden fünfzig Jahre eine friedvolle, heilige Stätte für Gläubige, bis die Einrichtung von Fluten des Rio Grande weggespült wurden. Daraufhin entstand eine weitere Einrichtung, die als San Antonio Bekanntheit erlangte, benannt nach dem Heiligen Antonius, dem Schutzpatron der Tigua.

Seit ihrem Bestehen ist die Missionsstation Ysleta den naturbedingten Veränderungen des Rio Grande ausgesetzt. Das gebiet wurde 1821 Teil des unabhängigen Mexiko. Im Jahre 1829 schuf der Hochwasser führende Rio Grande einen Kanal südlich des alten und führte zur Bildung einer Insel. 1844 wurde die Missionsstation erneut Opfer der Fluten. Im März jenen Jahres nannte ein Beamter in Ysleta die Einrichtung "Iglesia desplomada" (eingestürtzt Kirche). Bis auf die Grundmauern war nichts übriggeblieben. Die Insel, auf der sich die Missionsstation befand wurde den Vereinigten Staaten und somit Texas im Jahre 1848 eingegliedert. Eine weitere, höher gelegene Kirche wurde 1851 in voller Größe fertiggestellt. Ein Glockenturm wurde in den achtziger Jahren desselben Jahrhunderts angebaut.

Im Jahre 1881 wurde die Missionsstation unter jesuitische Verwaltung gestellt und umbenannt in "Unsere Frau vom Berg Karmel". Die Tiguas jedoch nennen sie immer noch Missionsstation de San Antonio. Die Missionseinrichtung erlebte im Jahre 1907 zum letztenmal eine Katastrophe, als ein Brand das Dach und den Glockenturm zerstörte. Ohne deswegen mutlos zu werden, machten sich die Gemeindemitglieder ans Werk und behoben innerhalb eines Jahres alle Schäden. Das vertraute Silberkuppeldach des Glockenturms der Missionssttion spiegelt Tradition und Kontinuität in Ysleta und die Tatkraft und die Entschlossenheit der Gemeindemitglieder wider, die in drei, von Katastrophen geprägten Jahrhunderte, stets den Wiederaufbau in Angriff nahmen.

Die Missionsstation Socorro

Im Osten der Missionsstation Corpus Cristi de la Ysleta siedelten sich die Piros und andere Indianerflüchtlinge bei der Missionsstation Nuestra Señora de la Limpia Conception de Socorro del Sur (unsere Frau von der unbefleckten Empfängnis von Socorro des Südens), im Laufe der Zeit der Einfachheit halber Purissima Conception genannt. Die Missionsstation Socorro erlebte eine Reihe von Katastrophen wegen Überschwemmungen durch den Rio Grande. Der erste, 1692 entstandene Adobe-Bau, wurde in den 40er Jahren des 18. Jahrhunderts weggespült und vier Jahre danach durch einen Neubau ersetzt. Als dieses Bauwerk 1829 von den Fluten des Stromes zerstört wurde, wurde es durch einen Bau ersetzt, der den Hauptbestandteil des heutigen Gebäudes darstellt. Später kam ein Glockenturm hinzu und im Jahre 1873 wurde ein größeres Querhaus und ein Altarraum fertiggestellt.

Wie die Missionsstation Ysleta wurde Socorro von Franziskanern geleitet, bis sie 1852 unter weltlicheOberhoheit kam. Im Jahre 1872 wurde Socorro dem Jesuiten-Orden zugeteilt. Eine Statue des Hl. Michael links neben dem Altar hat der damit verbundenen Legende Berühmtheit erlangt. Die Statue wurde auf einer Carreta (Ochsenkarren) von Mexiko City nach New Mexiko transportiert. Dabei blieb sie bei Socorro im Sumpf stecken. Die Gemeindemitglieder betrachteten dies als ein Zeichen dafür, daß der Hl. Michael Socorro als seine Heimat auserkoren hatte. Man erwarb die Statue und stellte sie in der Missionsstation auf, wo sie sich seit dem frühen 19. Jahrhundert befindet. Sie ist für die Gemeindemitglieder ein hochgeschätztes Relikt aus der Vergangenheit. Der Heilige Michael ist zu ihrem Schutzpatron geworden.

Von besonderem Interesse sind die von Indianerhand verzierten Vigas (geschnitzte Deckenbalken), von denen einige aus frühen Bauwerken stammten. Latillas enrejados (kleinere Verästelungen), die sich quer zu die Enden der Vigas erstrecken, bilden ein einzigartiges Fischgrätenmuster. Das dach und die Vigas wurden mit Spendenmitteln ausgebessert. Allerdings sind noch umfangreiche Reparaturarbeiten erforderlich. Archäologische Ausgrabungen im Südosten des heutigen Bauwerkes haben - so die Vermutung - die Grundmauern des ursprünglichen Baues von 1692 zutage gefördert. Die Missionsstation Socorro ist immer noch ein herausragendes Beispiel für die Missionsstationsarchitektur der Spanier im Gebiet von El Paso und stellt den Höhepunkt indianischer Tradition und spanischer Konstruktionsweise dar.

Die Presidio-Kapelle San Elceario

Die Presidio-Kapelle in San Elizario wurde als Teil einer militärischen Einrichtung zum Schutz des El Camino Real, der Missionsstationen und der Siedlungen entlang des Weges erbaut. Das Presidio von Elceario wurde 1789 um 60 Kilometer stromaufwärts an eine Stelle verlegt, wo die Stadt heute ihren stolzen Sitz hat. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang verteidigten Soldaten die Siedlungen gegen Angriffe der Apachen.

Als Mexiko 1821 von Spanien unabhängig wurde, nahm die Militärpräsenz im Presidio ab. Um 1841 wohnten mehr als 1000 Menschen in der Stadt San Elizario. Beim Ausbruch des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und Mexiko im Jahre 1846 fanden die amerikanischen Streitkräfte unter Oberst Alexander Doniphan das Presidio in Schutt und Asche vor.

1848 wurde die Inselsiedlung Ysleta, Socorro und San Elizario den Verinigten Staaten von Amerika eingegliedert. "San Elizario", eine abgewandelte Form von "San Elceario", wurde dem Sitz des Verwaltungsbezirks in El Paso zugewiesen. Im Jahre 1853 errichtete man eine kleine Kirche. Im Laufe der Zeit jedoch wurde die Kirche zu klein für die wachsende Gemeinde, und engangierte Gemeindemitglieder erbauten 1877 die heutige Kirche. Die jetzt den Mittelpunkt der Hauptplaza bildet. Die heutige Innenausstattung stammte aus dem Jahre 1944. Ein Brand zerstörte 1935 das ursprüngliche Innere. Die Säulen im Innenraum, die bis ins Detail vergoldet sind, sind durch Bögen großzügig miteinander verbunden und erstrecken sich schwungvoll bis zur Decke.

Die Kapelle San Elceario ist ein herausragendes Beispiel für die späte, traditionelle Adobe- Kirchenarchitektur von Westtexas und Neu Mexiko. Man findet in ihr den Einfluß europäischer Architekturstile wieder. Die Adobe-Ande und Pfeiler fangen das Sonnenlicht aus dem Südwesten bestmöglichst ein. Heute erhebt sich die Presidio-Kapelle San Elceario über einer friedlichen, malerischen Gemeinde.

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Verantwortlich für die deutsche Bearbeitung und Übersetzung: Dipl.-Ing.(FH) Helmut K. Dobler

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